Achtung geheimer Geheimartikel: Wie man online Fake Profile aufbaut…

Achtung geheimer Geheimartikel: Wie man online Fake Profile aufbaut…

December 19, 2010 1:23 am 18 comments

Achtung! Das ist ein total geheimer Geheimartikel. Wikileaks 2.0. Nicht mal die würden ihn veröffentlichen. Ich schreibe diese Zeilen aus einer Berghöhle in Usbekistan, ohne Strom und Wasser. Dank McGyver hab ich mir aber aus einer Büroklammer einen Atomreaktor und Wlan Router gebastelt, wodurch es mir möglich ist, diese höchst brisanten Zeilen zu schreiben:

Winterzeit. Schnupfenzeit. Überall fliegen’s herum, die Viruse (Zitat meine Tochter) und keiner mag sie. Außer die, wie Schwammerl aus dem Boden sprießenden, Social Media Experten. Videos sind viral, Kampagnen sind viral, Facebook Profile usw.

Im folgenden Post geht’s also darum, wann etwas “viral” ist und warum und wie man eine nicht reale Online Identität auf diversen Plattformen überhaupt aufbaut.

Alle Leser, die jetzt empört aufschreien “Pfui! Ist denn nichts mehr heilig! Wie kann man so was nur machen!”, die mögen bitte aufhören zu lesen, sich schmollend in die Ecke stellen und 10x “Das ist aber gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook” vor sich hin sagen. Der Rest kann natürlich weiterlesen.

Go Viral:

Wann ist etwas “Viral”?

Man spricht idR von einer “viralen Verbreitung”, wenn z.B. ein Video durch Teilen, Sharen und Weiterleiten von User zu User weitergereicht wird und so immer mehr und mehr Zugriffe, Views etc. bekommt. Oft ist auch nicht klar, wer hinter der Kampagne steht (Beispiel: Die berühmten Facebook Updates oder Bildwechsel (Cartoon, LookALike etc.)

Wozu braucht man überhaupt “Fake Profiles”

Wie schon in meinen YouTube Artikel beschrieben, verbreiten sich Videos, Artikel, Bilder usw. in 99% der Fälle nicht von alleine, selbst, wenn es das beste Video/Bild/Produkt aller Zeiten ist. Wenn eine Video/Kampagne also wirklich viral ist  (ohne direkten Bezug zum Initiator), kann man natürlich auch schwer Adwords oder Facebook Werbung schalten… Somit stellt sich die Frage, wie man eine Reichweite bekommt, um den Buzz loszutreten?

  • Eigene echte Profile sind natürlich Multiplikatoren, ebenso wie ein gutes Netzwerk.
  • Da man aber selbst kaum alle Themen und Interessen abdecken kann, könnten virale Profile helfen die Reichweite und Themenbreite zu erhöhen.

Wann macht der Aufbau Sinn?

  • Der Aufbau und die Wartung von diesen Profilen sind sehr zeitaufwendig und somit teuer.
  • Somit machen sie nur langfristig Sinn.
  • Da der Aufbau sehr langwierig sein kann, ist es sinnvoll allgemeinere Profile unabhängig von Kampagnen und Kunden aufzuziehen.
  • Für Google und Facebook sind Fake Profile leicht statistisch zu erkennen. Es ist vollkommen unmöglich, die gleiche Interaktion/Freundeskreise etc., wie bei einem echten menschlichen Profil zu haben.
  • Fake Profile dazu zu nutzen, schlechte Kommentare etc. zu verbergen, postive zu posten macht eigentlich keinen Sinn. Ein gutes Fakeprofil aufzubauen wäre genau  so viel Arbeit, wie sein eigenes Profil zu betreueun und die Gefahr des Aufliegens ist immer gegeben.

Welche unterschiedlichen Typen gibt es?

Trash Accounts:

  • Sie dienen als Multiplikatoren, helfen und unterstützen Hauptaccounts z.B. um bei wichtigen Themen in die Real Time Suche (Blended Search) zu kommen.
  • Man erkennt sie z.B. daran, dass sie keine Profilbilder haben oder ebenso viele Follower, wie sie User folgen (Twitter).
  • Sie dienen auch dazu die Engagementrate (Retweets, Likes, Kommentare etc.) zu erhöhen.
  • Man finden sie idR. auf Twitter, YouTube etc. Bei Facebook so gut wie gar nicht (außer die professionellen und nervenden Spamaccounts).
  • Man kann sie mit verschiedenen Tools, wie z.B. Tweetadder sehr schnell hochziehen (aber auch wieder verlieren, wenn mans übertreibt).
  • Sie sollten nicht zu offensichtlich mit den seriösen Accounts in Verbindung gebracht werden.
  • Trash Accounts haben oft wichtige Keywords als Usernamen (z.B. bei Twitter).

Offensichtliche Fakes

Oft ist es sofort klar, dass keine echte Person hinter einem Account steht. z.B.

  • Bei Maskottchen einer Firma.
  • Figuren aus Film und Fernsehen etc.
  • Auch das macht Sinn, man sollte aber die Richtlinien der Plattformen nicht vergessen. Sonst ist der tolle 5.000 Freunde Account bei Facebook plötzlich gesperrt ;-) .

And the Oscar goes to… FAKE

Viele Leser mögen hier den Kopf schütteln.  Ich sehe gute Fake Accounts als “Schauspieler“, die unterhalten, aber natürlich auch ihr Geld verdienen wollen. Somit kann ich auch an einem kommerziellen Hintergrund nicht negatives Erkennen. Oder glaubt irgendwer, dass der Clooney Georg bei Nespesso mitspielt, weil die Kapseln so lustige Farben haben?

Abgesehen davon, stellt sich die Frage, wie viel nicht ohnehin jeder selbst in seinem “echten” Facebook Profil schauspielert ;-)

Aufbau auf unterschiedlich en Plattformen

Allgemeine Tipps:

  • Sie brauchen viel Zeit, speziell zu Beginn
  • Man benötigt eine hohe Interaktion (Kommentare etc.), um auch online eine soziale “Bindung” mit anderen User herzustellen
  • Schizophrenie 2.0: Sie werden feststellen, dass, bei gut gemachten Profilen, auch ein gewisser Teil des eigenen Lebens in das Profil mit einfließt. Das lässt sich nicht vermeiden. Wahrscheinlich geht es Schauspielern in gewisser Weise auch so. Sind Sie bei einer Party, ist sie/er es auch usw.
  • Man sollte sich einen weitverbreiteten Namen aussuchen. So kann man z.B. auf Facebook User mit gleichen Nachnamen einladen. Das erhöht die “Conversionrate”
  • Interessen sollte zum Ziel des Accounts passen.
  • Möglichst auf vielen Plattformen Accounts anlegen und posten. So hat man viele Ergebnisse in den SERPs, wenn jemand nach einem sucht.
  • Auch in Foren oder Blogs Kommentare hinterlassen.
  • Drehbuch: Man sollte Interessen, Hobbies und einige Bilder/Videos vorab vorbereiten.

Das Profilbild

Ein sehr wichtiger Faktor, nicht nur bei Fakeprofilen

  • Ist man Photoshop begabt, auf jeden Fall nachbearbeiten, oder aus mehreren Gesichtern ein Bild machen
  • Fotos von oben mit Handycam kommen besser an
  • Bei weiblichen Accounts: Blonde Fakeaccounts funktionieren einfach besser (kann ich auch nicht verstehen, ist aber so)
  • Immer überlegen, welches Image ich mit dem Profil verbreiten, welche Zielgruppe ich erreich will. Nicht überall mach der Waschbrettbauch und Mega-Ausschnitt also Sinn!

Facebook

  • Zu Beginn eigene, echte Freunde einweihen und einladen.
  • NIE übertreiben, sonst wird man gesperrt (Warnungen von Facebook ernst nehmen).
  • Am Anfang Freundesnetzwerke ausnützen. Hat man bereits einen gemeinsam Freund, ist die Konversionsrate ungleich höher!
  • Wenn möglich zuerst Kontakt auf anderen Fanseiten aufbauen und dann erst einladen! (zeitaufwendig)
  • Zuerst das komplette Profil ausfüllen (Fortschrittsbalken) bevor man groß einladet!
  • Danach User mit gleichem Namen bzw. ähnlichen Interessen einladen.
    • Wie erreiche ich User mit gleichen Interessen?
    • Am besten auf Seiten mit dem gleichen Hobby gehen (z.B. “Skifahren, Metallica, Disco Ibiza etc.”).
    • Dort die Page ID rausfinden (siehe Screenshot).
    • Danach diese Url aufrufen: http://www.facebook.com/social_graph.php?node_id=[FACEBOOK SEITEN ID EINFÜGEN]&class=FanManager&start=0Bei der Liste, die dann kommt, kann man dann die User einladen (Aufpassen aufs Profilbild/Namen, das sagt schon einiges über den User (Stichwort: Singles vs. Pärchen ;-)
      Viral Facebook accounts
      [UPDATE JUNI 2011] Offensichtlich hat FB diese Hintertür geschlossen, somit ist eine weitere Möglichkeit ohne FB Ads zu Fans zu kommen geschlossen – Danke an Steffi für die Infos!
  • Freunde fragen oder “sich selbst” auf Partyfotos mit vielen Menschen markieren.
  • Anderen User zum Geburtstag gratulieren.
  • Immer wieder Kommentare bei anderen Usern abgeben und Likes.
  • Personal Messages beantworten.
  • Immer wieder triviale, persönliche Nachrichten schreiben (“Hab Hunger, Durst, Ich werde krank…”)
  • Will man ein Produkt mit dem Account promoten, kann man zu Beginn auch Fragen zum Produkt stellen“Was haltet ihr von Handy XY?”. Die Antworten sind oft sehr aufschlußreich.
    • Am Ende postet man dann den Kauf und die postive Erfahrung “Hab mir jetzt Handy XY zugelegt und es ist super”
  • Facebook Suche nutzen, um nach interessanten Usern auszuschauen (bzw. sich auch für Shares zu bedanken)

Twitter

  • Tools, wie Tweetadder helfen bei der Arbeit des Folgen und Entfolgens!
  • Profilbild und Beschreibung nach oben angesprochen Kriterien wählen.
  • Trendy Hashtags oder Events ausnützen. Einfach so tun als ob man bei #conferenceXY dabei ist und kräftig mittweeten und dann allen Usern (mit Tweetadder) folgen
  • Achtung bei externen Twitter-Clients (am Smartphone), wenn man Bilder postet, da wird meistens der Bilddienst des Hauptaccounts und somit auch der Name verwendet!!
  • DM Inbox ansehen, zwecks Twitter Validierungsdienste, die einige User verwenden.

Support-Accounts und Tipps:

  • Email Adresse bei gmail.com nehmen (inkl. Google Buzz)
  • Hootsuite, Tweetdeck etc. nutzen, um mehrere Accounts zu verwalten
  • Fotos auf FlickR hochladen (Handyfotos).
  • Videos auf YouTube und immer wieder sharen.
  • Eigenen Blog bei WordPress, TumblR etc. nehmen und dort auch posten.
  • Dienste, wie Ping.FM und Amplify helfen bei der Wartung von vielen Accounts.
  • Social Bookmark Accounts nützen.
  • Accounts untereinander verknüpfen und Freunde von anderen Netzwerken einladen (Es gibt idR.Importfunktionen)
  • Eigenen Browser für den Fake Account nehmen-
  • Foursquare, Gowalla Checkins erhöhen die Glaubwürdigkeit
  • Beim Update der Statusmeldung IMMMMMMER aufpassen, mit wem man gerade was postet!!!

Wie reagiere ich auf Anfragen, wie “Wer bist du?”, “Woher kennen wir uns”?

  • IMMER beantworten. Speziell auf Facebook, sonst erhöht sich die Gefahr, dass man “Minuspunkte” bekommt, wenn man zu oft als “unerwünschter Kontakt” eingestuft wird.
  • Nachschauen, warum man den User eingeladen hat (“Hab deinen Kommentar auf der Barcelona Fanseite gesehen”)
  • Einige Tipps:
    • Andeuten, dass man in das Land/die Stadt des Users auf Urlaub fahren will und Tipps braucht
    • Bei Mädel (Fake) vs. Bub (User): “Hab dein Bild auf xy Fanseite gesehen und fand es so süß”)
    • Bei gemeinsamen Freunden: “XY hat mir von dir erzählt; Ich war auch auf der xy Party”
    • etc. etc. etc. Wir werden zwar alle in der Hölle schmoren mit langen Pinocchio Nasen, aber es funktioniert halt so ;-)

“Herr Pfeiffer, das ist ja alles furchtbar, was in diesem Internet so passiert! Sind Sie überhaupt echt!?”

Ja. Obwohl ich kenn ein paar Kilo, speziell im Bauchbereich, von denen ich gerne hätte, das sie ein Fake wären.

18 Comments

Leave a reply